Wann der Europatag war?

Wer am 16. Mai 2011 einmal auf die Fahnenmasten vor der Aula geschaut hat, hat sich vielleicht über die dort hängende Europa-, Deutschland-, und Europafahnen gewundert. Hatte man dann zufällig in einer Schulstunde eine Gelegenheit zum recherchieren im Computerraum und versuchte festzustellen, ob man einen Feier- oder Gedenktag verpasst hat, suchte man vergebens.

Da die mündlichen Prüfungen der Abiturienten in Niedersachsen dieses Jahr schlauerweise gerade auf den Europatag gelegt wurden, musste der Europatag verschoben werden - auf die darauffolgende Woche.

Als Schüler der 10ten Klasse und der Oberstufe bekam man dann spätestens ab der 5ten Stunde mit, was los war: Es wurde für die älteren Jahrgänge eine Podiumsdiskussion zum Thema Europa organisiert, zu der Politiker von CDU, FDP, den Grünen, den Linken und der SPD, also von allen im Landtag vertretenen Parteien, eingeladen wurden. Moderiert wurde die Diskussion von Moritz Frechen und Jan Marquard. Diese sorgten dafür, dass außer aktuellen Themen zu Europa, wie der Flüchtlingspolitik, auch die Bildungspolitik angesprochen wurde.

Doch was wurde dem Unterstufen- und Mittelstufenschülern am Europatag geboten? Manch aktiver Lehrer, der es sich leisten konnte, das Thema in seinen Lehrplan einzubauen, mag mit seiner Klasse das Thema Europa angesprochen haben, doch „all in all“ wurde für die jüngeren Schüler nicht viel zum Europatag geplant.

Wer sich dann noch über eine zu niedrige Wahlbeteiligung bei Europawahlen beschwert, sollte sich fragen, ob wir dem Thema „Europa“ in der Schule nicht etwas mehr Platz einräumen sollten.